May 11, 2020 / D. Rohnert

Effizientere Covid-19-Tests

Prof. Dirk Pflüger vom Institut für Parallele und Verteilte Systeme hat gemeinsam mit zwei weiteren Mitgliedern der Jungen Akademie erstmals die verschiedenen möglichen Verfahren zur Erhöhung der Testkapazität durch Gruppentestung (Pool Testing) modelliert.

Basierend auf einem Screeningszenario der Gesamtbevölkerung fünf verschiedener Länder zeigen die Forscher, dass der Durchsatz an COVID-19 Tests um einen Faktor acht bis zehn erhöht werden kann – nur durch Einsatz des jeweils optimalen Poolingverfahrens, bei gegebener Laborinfrastruktur.

Das Paper "Evaluation of Pool-based Testing Approaches to Enable Population-wide Screening for COVID-19" ist hier abrufbar: https://arxiv.org/abs/2004.11851

Der zugrundeliegende Ansatz wurde bereits experimentell für den Einsatz in der COVID-19 Diagnostik validiert, und wird u.a. in Kalifornien und in Indien bereits in der Praxis angewandt. Dabei basiert das Verfahren auf einem Ansatz, der für das Testen von Blutspenden auf Viren bereits seit vielen Jahren eingesetzt wird: Mehrere Proben werden zunächst in einem ersten Test als Pool geprüft. Falls dieser erste Test positiv ist, werden weitere Einzeltests durchgeführt (ggf. in mehreren Stufen). So können mit einem Testkit mehrere Patienten auf einmal getestet, und die vorhandene Testkapazität sofort um ein Vielfaches erhöht werden.

Für weitere Szenarien, die nicht im Paper abgedeckt sind, gibt es auf einer zugehörigen Webseite die Möglichkeit, eigene Szenarien durchzuspielen: https://covid19.enfunction.com

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