Abends im Computermuseum Themenübersicht und Videos

Computermuseum der Informatik

Videoaufzeichnungen der bisherigen Veranstaltungen des Formats "Abends im Computermuseum" - ab Januar 2023

Alle Videos auf unserem Youtube-Kanal

 

13.11.2025: Frontpanels (59)
11.09.2025: Nachrüstung des "Extended Arithmetic Elements" für den PDP8 (58)
14.08.2025: Videorecorder (Teil 2) mit Ralph Braun (57)
11.07.2025: Restaurierung der Z1 im Deutschen Technikmuseum Berlin - Der Mikroprogrammspeicher (56)
12.06.2025: Live-Hack eines WANG Fädel-ROMs mit Michael Wegmer (55)
08.05.2025: Das intellec 8 - System (54)
10.04.2025: Das HP 264x Terminal (53)
13.03.2025: Die ISKRA 111 - ein elektronischer Tischrechner von 1978 (52)
13.02.2025: Draht, Kabel, Seile, Litze mit Prof. Toni Bernhart (51)
09.01.2025: Telefunken TR 86 (50)
12.12.2024: Von Abakus bis Addiator - Nichtdezimale Rechenhilfsmittel (49)
14.11.2024: FORTRAN (48)
10.10.2024: Neuzugang: Eine Z43-Anlage für das Computermuseum (47)
12.09.2024: Die Restaurierung der Zuse Z1 im Deutschen Technikmuseum Berlin - Projektphase: Der Speicher der Z1 (46)
08.08.2024: ACONIT Computermuseum Grenoble (45)
11.07.2024: "Durchgeblättert" Computerzeitschriften der 1950er und 1960er Jahre (44)
13.06.2024: Zuse Graphomat Z64 (43)
09.05.2024: Contex Rechenmaschinen (42)
11.04.2024: Mondlande-Spiele (41)
14.03.2024: Lochkarten (40)
08.02.2024: Taschenrechner (39)
11.01.2024: Das Tektronix 4015-Terminal und ein kurzer Ausflug in die Computerkunst (38)
14.12.2023: Die Restaurierung der Z1 im Deutschen Technikmuseum Berlin - Einblicke in den Projektstatus (37)
9.11.2023: Medizintechnik Teil 2: Archivierung (36)
2.10.2023: Ein Bücherabend im Computermuseum (35)
14.09.2023: Blick ins neue Museum (34)
10.08.2024: 400 Jahre Schickardsche Rechenmaschine (33)
13.07.2023: Wang-Computer (32)
22.06.2023: Die Z22 in Karlsruhe (31)
11.05.2023: Die Geschichte(n) des Computermuseums (30)
13.04.2023: Computerspiele - Spielecomputer (29)
16.03.2023 - Die Restaurierung der Z1 im Deutschen Technikmuseum Berlin (28)
09.02.2023 - Addierwerke (27)
12.01.2023 - Tastaturen (26)
08.12.2022 - Projekt Analogrechner mit Luca Moczko (25)
10.11.2022 - Der Bau der Z1 im Atelier von Konrad Zuse in Hünfeld (24)
13.10.2022 - Kunststoffe in der Elektrotechnik (23)
08.09.2022 - Mechanischer Computer Z1 (22)
11.08.2022 - ROM - PROM - PROMer (21)
22.06.2022 - Theo Lutz: Stochastische Texte.
Vom Freiburger Code zum Stuttgarter Code. (20)
12.05.2022 - Medizintechnik analog (19)
14.04.2022: Die PDP-Reihe (18)
10.03.2022 - Die Teletype ASR33 - ein lebendes Fossil (17)
10.02.2022 - Tektronix-Geräte (16)
13.01.2022 - Frühe MCS 6502-Systeme (15)
09.12.2021 - Hello Apple-World (14)
11.11.2021 - Die IBM 1130 (13)
14.10.2021 - Inside the PDP-12 (12)
09.09.2021 - Computerspiele (11)
12.08.2021 - Digitalisierung in der Textverarbeitung (10)
08.07.2021 - Videosysteme und Super-8-Filme (9)
22.06.2021 - 111. Geburtstag von Konrad Zuse - die Architektur der Z11 (8)
20.05.2021 - Messgeräte im Computermuseum (7)
08.04.2021 - Der Dietz Mincal 523, ein 19-Bit Minicomputer von 1971 (6)
11.03.2021 - Fourieranalyse: Harmonischer Analysator und Fast Fourier-Analyse (5)
11.02.2021 - Von der Lochkarte zur Floppy-Disk - DEC - TU 10 (4)
14.01.2021 - Mechanische Ausgabegeräte - IBM Kugelkopfschreibmaschine (3)
26.12.2020 - Von mechanischen Rechenmaschinen zu elektronischen Tischrechnern , 1960-1970 - Loci 362 von Wang (2)
 17.12.2020 - Die Welt der mechanischen Rechenmaschinen - PDP 8 (1)

Lochkarten, wie sie seit dem 19. Jahrhundert als Datenträger für statistische und kaufmännische Zwecke verwendet wurden, haben neben verschiedenen Vorteilen, wie dezentraler Datenerfassung, Lesbarkeit für Menschen ohne technische Hilfsmittel und Sortierbarkeit einige gravierende Nachteile. Damit sie maschinell ausgewertet werden könne, muss sehr hochwertiges teures Papier verwendet werden, dass sich bei Änderung der Luftfeuchtigkeit nicht ausdehnt und Fehleingaben können i. A. nur durch Neulochen korrigiert werden.

Als Alternative für die Lochkarten brachte die IBM im Jahr 1974 die Datenerfassungsstation 3742 heraus. Bei dieser werden die Daten auf 8"-Disketten geschrieben, die hier im daraus abgeleiteten IBM-3742-Format, in 77 Spuren mit 26 Sektoren erstmals größere Verwendung fanden. Wegen des hohen Aufwandes an Elektronik wurde diese für zwei Erfassungsplätze genutzt. Besonders deutlich wird das an dem Bildschirm der Station:  Eine Röhre für zwei Datentypistinnen mit je zwei logischen Textzeilen! Die beiden Schirminhalte werden durch eine Spiegeleinrichtung jeweils auf die beiden Erfassungsplätze aufgeteilt.

Zunächst konnten auch nur 80-spaltige Datensätze erfasst werden, wie bei Lochkarten. Erst eine kostenpflichtige Zusatzoption erlaubt die volle Nutzung der 128 Bytes der Diskettensektoren.

In der Zeit vor der Mitte der 1970er Jahre gehörte zu jedem ordentlichen Computer ein Frontpanel mit Switchregister und Lampenregister dazu. Solange es noch keine monolithischen Prozessoren und ROM-Speicher gab konnte das Frontpanel für die Diagnose innerhalb des Prozessors selbst verwendet werden und zum Ändern des Speicherinhaltes ohne dass dafür ein Lade- oder Monitorprogramm im Speicher stehen muss. Damit war es auch möglich, Ladeprogramme für andere Speichermedien, zum Beispiel Binärlader für Lochstreifen einzugeben. Das war keine große Einschränkung, denn derartige Computer hatten üblicherweise nicht flüchtige Magnetkernspeicher (RAM), so dass das Urladen nur selten nötig war.

Wir zeigen die verschiedenen Varianten von Frontpanels mit Switch- Und Lampenregistern, die wir im Museum ausgestellt haben.

Frühe Computer bildeten die Architektur der mechanischen Rechenmaschinen nach. Der Akkumulator ist das eigentliche Rechenregister und das Umdrehungszählwerk wird im Englischen Multiplier Quotient Register kurz MQ-Register genannt. Unser PDP8 classic ist zwar für die Aufnahme des Extended Arithmetic Element vorbereitet, das auch das MQ-Register beinhaltet, aber dieses ist noch nicht bestückt. 

Nach jahrelangem Module-Hunting haben wir jetzt alle 35 Module zusammen, wobei die extrem seltenen R212 Module von unserem Großmäzen nachdesigned wurden und noch bestückt werden müssen. Wir werden am kommenden Abend im Museum damit beginnen, den PDP8 mit den Modulen zu bestücken und das EAE zusammen zu bauen. Vermutlich werden wir nicht fertig werden, aber den Versuch ist es wert. 

Das Bild zeigt die 35 R-Module für das EAE und die hunderte Widerstände und Dioden, die noch in die 6 R212 Module eingelötet werden müssen. In der Mitte ein Ausschnitt aus dem Frontpanel des Computers. 

Ralph Braun spricht an diesem Abend über die Restauration von Philips VCR Rekordern – Die Herausforderungen der Fehlersuche, Reparatur von Mechanik und Elektronik sowie die Herstellung von Gummiteilen im 3D-Druck.

Geschichten über die Entwicklung der Video-Kassettenformate, sowie ein Ausflug in die Praxis der “Tape-Preservation” runden das Thema ab.

Teil 1: Videosysteme und Super-8-Filme
Video auf YouTube

Bei der diesjährigen Projektphase zu Wiederinbetriebnahme der Z1 im Deutschen Technikmuseum in Berlin haben wir uns nach dem Datenspeicher hauptsächlich mit dem Mikroprogrammspeicher der Z1 beschäftigt. Das Mikroprogramm selbst ist zwar im Zuse-Internet-Archiv aufgelistet, aber es war offensichtlich, dass es hier nachträgliche Änderungen gegeben hat. Wir haben  also das Werk zerlegt, dokumentiert und mit dem Listing im Internet-Archiv verglichen. Ausserdem haben wir uns mit der Schmierung der Maschine beschäftigt. Das Foto zeigt den linken Ausgang des Mikroprogrammwerkes,der das Exponentenwerk der Maschine steuert.

Die meisten der programmierbaren wissenschaftlichen Rechner Wang 600 und Wang 700 leiden an einer Altersdemenz, die durch eine mechanische Materialermüdung hervorgerufen wird. Der Schaumgummi, der die Ferrit-Joche in den Fädel-ROMs zusammendrückt, härtet aus, so dass nach und nach Fehler beim Abarbeiten der in diesen ROMs gespeicherten Firmware auftreten, die zum Ausfall der Rechner führen.

Aufbauend auf einem alten Adapter von 1999 zum Auslesen der ROMs hat Michael Wegmer, der Spezialist für Wang-Rechner, diesen Adapter so weit fortentwickelt, dass er in Echtzeit den gesamten Inhalt des ROMs visualisieren kann und auch die Auswirkung von mechanischem Druck auf die Joche, also das Auftreten oder den Wegfall der mechanisch induzierten Lesefehler, sichtbar machen kann. Durch Einlegen von neuen elastischen Materialien ist es gelungen, eine ganze Reihe toter Wang-Rechner wieder zum Leben zu erwecken.

Zu Beginn werden wir zunächst einige dieser Rechner vorstellen und danach den Visualisierungsadapter, der es auch ermöglicht, den Inhalt der ROMs auszulesen und zu sichern.

Wir freuen uns, wenn Sie sich an diesem Abend für ein ganz spezielles Reparaturverfahren interessieren.

Das erste Entwicklungssystem für die ab 1970 erschienen Mikroprozessoren waren die intellec-Systeme.

Sie ahmten von der Form und der Bedienung her die damals weit verbreiteten Minicomputer mit Switchregister und Lampenregister nach. Ein Switchregister war bei den Minicomputern mit Magnetkernspeichern (RAM), der nicht flüchtig ist, sinnvoll, bei den mit flüchtigen Halbleiterspeichern aufgebauten Mikrocomputern aber nicht mehr. Denn diese enthielten zwangsläufig ROMs (Read Only Memories), die ein Monitorprogramm beinhalten und die damit den direkten Anschluss einer Teletype ermöglichen.

Aber man machte das damals eben so, wie man es immer schon gemacht hatte....

Es gab verschiedene Versionen der intellec-Systeme, das intellec 4 und intellec 4/40 für die 4-Bit-Mikroprozessoren C4004 und C4040 und das intellec 8 und intellec 8/80 für die 8-Bit Mikroprozessoren C8008 und C8080. Das System das wir an diesem Abend zeigen werden, ist vermutlich ein auf 8080 aufgerüstetes 8008 System.

Wir werden uns an R. D. Kleins 4K-BASIC und einem Crosscompiler für dieses System für die Sprache PL/M versuchen.

Die HP 264x Terminals war eine Reihe sehr leistungsfähiger Textterminals, die 1974 mit dem HP 2640, das mit einem Intel 8008-Prozessor ausgerüstet ist, startete. Das hier betrachtete HP 2648A-Terminal kam im Jahr 1977 auf den Markt und ist mit einem 8080A-Prozessor aufgebaut. Es besitzt zwei DC100 Bandlaufwerke, die es ermöglichen, offline Texte in den Bildschirmspeicher zu laden, sie mit Hilfe eines in der Firmware enthaltenen Texteditors zu bearbeiten und sie zum Schluss im Ganzen an einen Großrechner zu übertragen.

Außerdem hat es einen eingebauten Graphikprozessor, der es ermöglicht, 720*360 Rastergraphik darzustellen. Zusätzlich ist es möglich, von einem angeschlossenen Rechner ausgegebene numerische Tabellen in verschiedener Weise graphisch zu visualisieren.

Intern ist es sehr clever aus einer Reihe Modulen aufgebaut, die in einem Mainboard stecken und so sehr weitgehende Erweiterungen und Kustomisierung ermöglichen, eine Bauweise die später bei den Apple II und dann bei den IBM-PCs wieder auftauchte.

HP hat mit diesen Terminals alles ausgereizt, was mit den zu Beginn der 1970er Jahre erschienen Mikroprozessoren realisierbar ist. Der einzige Nachteil, der ihre Verbreitung leider sehr begrenzt hat ist die Tatsache, dass die HP 264x nicht ANSI-kompatibel sind und daher von den bei weitem nicht so leistungsfähigen DEC VT 100-Terminals verdrängt wurden.

Wir werden das HP 2648 an diesem Abend in das ihm gebührende Licht rücken!

An diesem Abend beschäftigen wir uns mit der russischen ISKRA 111. Dieser elektronische Tischrechner wurde noch im Jahr 1978, aus dem unser Exemplar stammt, in einer vollkommen veralteten Halbleitertechnik hergestellt. Die ganze Maschine enthält nur einen einzigen IC-Typ, das russische K201LB4, der lediglich zwei NOR-Gatter und zwei Inverter in RTL-Technik enthält. Einer russischen Webseite nach kam die Maschine 1971 auf den Markt. Als Speicher für die Register dient eine Ultraschall-Laufzeitleitung. Daneben zeigen wir noch die Innereien einiger anderer Tischrechner aus der Zeit um 1970, z. B. von Casio, Denon und Toshiba.

Die Untersuchung des Minifon Tondrahtgerätes vor Weihnachten hat uns auf das Thema „Draht, Kabel, Seile, Litze“ gebracht. Der Aufnahmedraht in dem Gerät ist 0,05 mm stark, halb so dick wie ein menschliches Haar. Zu Beginn der Elektrifizierung war auch das Thema Isolierung ein großes Problem. Es gab noch keine Kunststoffe, sondern man musste Naturmaterialien verwenden. Auch in dem Minifon besteht die Isolation einzelner Drähte noch aus kunstharzgetränktem Gewebeschlauch. Der Begriff Kunstharz ist als Gegenbegriff zu der Zeit zu sehen, als man elektrische Isolationen noch aus natürlichen Baumharzen wie Gutta Percha, Gummi Arabicum und Kolophonium herstellte. Was uns auf die Frage brachte, wo und warum auch noch in der heutigen Zeit gewebeumsponnene Elektrokabel verwendet werden.

Wo ist der Übergang zwischen mechanischem Seil und elektrischem Kabel? Die Leiter einer 380kV Hochspannungsleitung sind massive Stahlseile, die außen mit Aluminiumdrähten umsponnen sind. Die Verbindung von Draht und Akustik in der Elektronik führt zu den Ultraschall-Laufzeitspeichern früher Computer und Rechenmaschinen. Und wenn wir nun schon bei der Elektroakustik angelangt sind, dann wird Prof. Toni Bernhart vom Institut für Literaturwissenschaft der Uni Stuttgart eine ganz spezielle Alternativverwendung von Drahtseilen vorstellen. Er wird zeigen, dass Seile und Kabel nicht nur elektrische und statische Eigenschaften haben, sondern auch akustische. Man kann auf und mit ihnen auch Musik machen. Seien Sie gespannt.

Am 19. Dezember haben wir nach längerem Vorlauf einen Telefunken TR86 aus einer Garage in Kaarst nach Stuttgart geholt. Der TR86, im Prinzip ein kleiner Prozessrechner mit 24 Bit Wortbreite wurde als Peripherierechner für den TR440, den Telefunkengroßrechner eingesetzt. Auch am damaligen "Institut für Informatik" an der Uni Stuttgart gab es diese Konstellation. Als Beifang zum TR86 gab es noch eine große Menge Zubehör, zum Beispiel zwei SIG100-Sichtgeräte mit angeschlossener RKS100-86, der frühen Telefunkenmaus von 1969. Daneben gab es auch das imposante Magnetbandlaufwerk MD252. Ebenfalls erwähnenswert ist die umfangreiche Doku und die Software auf Lochstreifen und Magnetbändern.

An diesem Abend werden wir einen ersten Blick in das Innere des Rechners werfen und darüber nachdenken ob und wie wir den Rechner wieder in Betrieb nehmen können.

Bei einem Besuch im Lindenmuseum fielen Klemens Krause in der Nachbildung eines afghanischen Bazars eine Reihe ungewöhnlicher Rechenhilfsmittel auf, die ein Laie eventuell als "Abakus" bezeichnen würde. In Wirklichkeit handelt es sich dabei wohl um russische Stschotys, für die vorrevolutionären russischen Münzeinteilungen mit Viertel Kopeken und Viertel Rubeln. Das brachte ihn auf die Idee, einmal die nichtdezimalen Rechenmaschinen und Rechenhilfsmittel, die sich im Computermuseum befinden zu präsentieren: Addiatoren für Uhrzeit, hexadezimales Zahlensystem, für das imperiale Währungssystem und eben einen solchen Stschoty. Ganz praktisch wird ein chinesischer Abakus bei der Aufsummierung eines Kassenbelegs im Einsatz gezeigt. 

Auch unsere technische Zivilisation ist ja immer noch recht nichtdezimal beeinflusst: Über die 60er und 12er Einteilung der Stunden, dem Dutzend und dem berühmten Meilenstein im Sinne eines wichtigen Zwischenziels bei einer technischen Entwicklung. Und wer weiß schon, dass die kleinen Ritter-Sport Schokoladentäfelchen mit 16,67g Gewicht eine alte deutsche Unze wiegen? Erweitern Sie Ihren Horizont über das scheinbar Selbstverständliche hinaus.

Das IBM Formula Translating System, auch FORTRAN genannt, war eine Entwicklung von John Backus und seinem Team, das 1953 mit der Entwicklung eines Übersetzers und einer Hochsprache für die damaligen IBM-Computer begann.

FORTRAN, heute eine Sprache mit vielen Generationen, die neueste davon Fortran 2024, wurde als Wissenschaftssprache entwickelt und 1957 als erste Hochsprache von IBM Veröffentlicht. Fortran erlaubte als erste Sprache, einem Computer in menschenlesbarer Form Anweisungen zu geben, die auch Fließkommaarithmetik und sogar komplexe Zahlen enthielt, die der Compiler dann in ein ausführbares Maschinenprogramm übersetzte. Das Wort FORTRAN bezeichnet nicht nur die Sprache selbst, sondern auch das Programm, der Compiler, der diese Übersetzung durchführt.

FORTRAN wurde weiter entwickelt zu Version II und IV, die auf sehr vielen Rechnern verfügbar waren, sich aber von Rechner zu Rechner leicht unterschieden. Aufgrunddessen wurde 1966 FORTRAN 66 standardisiert, um eine einheitliche Sprache zu erlangen. Es folgten die Standards FORTRAN 77, Fortran 90, 95, 2003, 2008, 2015/2018 und jetzt Fortran 2024. Zudem ist die Sprache, anders als andere Sprachen, seit dem Standard 2008 nativ parallel, was sie im High Perfomince Computing-Bereich immer noch beliebt hält.

Wenn alles klappt wie geplant, werden wir am Mittwoch 9. Oktober 2024 aus der aufgelösten Sammlung des FITG eine Z43-Anlage abholen und diese dann am 10. Oktober im Rahmen unseres Abends im Computermuseum untersuchen.

Die Z43 war dem Vernehmen nach der letzte von der Zuse KG entwickelte Computer, der dann von der Firma Siemens unter der Bezeichnung "Siemens 404" vermarktet wurde. Nicht zu verwechseln mit der "Siemens 4004"  Computerfamilie, die "IBM 360" kompatibel war.

Aus heutiger Sicht ist die Z43 ein 16-Bit Minicomputer, der vergleichbar mit der "PDP 11" Familie ist: 16 allgemeine 16-Bit-Register, Magnetkernspeicher bis 32K Worte. Über den Maschinenbefehlssatz ist wenig bekannt, laut Prospekt wird sie im "Freiburger Code" programmiert, der eigentlich für die ganz anders strukturierte Z22 entwickelt worden war. Wir hoffen, dass auch noch etwas Dokumentation zu der Maschine dabei ist, und sind selbst sehr gespannt.

Auf der Kollage ist links das Standmodell und rechts das Schreibtischmodell zu sehen. Wir werden das Standmodell erhalten.

Die Reparatur des Nachbau der Zuse Z1 im Deutschen Technikmuseum Berlin wurden 2022 von Klemens Krause begonnen. In der jetzigen Arbeitsphase geht es hauptsächlich darum, den Speicher der Maschine wieder funktionsfähig zu machen. Dies geschieht mit nachproduzierten Blechen, die die beschädigten Bleche aus der Speichersteuerung ersetzen sollen. 

Klemens Krause hat in der Zwischenzeit eine Datenbank erstellt, mit deren Hilfe man, die beim Auseinandernehmen der Blech gemachte Fotodokumentation den Zeichnungen aus dem Zuse-Internet-Archiv und den Plänen im Deutschen Technik Museum zuordnen kann. Anhand der Pläne im Internet-Archiv ist es auch gelungen den Mikroprogrammspeicher der Z1 zu rekonstruieren und das disassemblierte Mikroprogramm mit den Tracings  einzelner Rechenoperationen aus den Unterlagen des Technikmuseums in Beziehung zu setzen.

Der Livestream wird direkt aus dem Deutschen Technikmuseum Berlin gesendet.

Begleiten Sie uns durch die Sammlung des Computermuseums ACONIT.

Die Sammlung umfasst ein breites Spektrum an Rechenmaschinen, Lochkartenmaschinen, Computern und Peripheriegeräten, sowie Datenträger, Medien und umfangreiche Dokumentation wie technische Unterlagen und Handbücher. Interessant sind insbesondere die in Frankreich entwickelten und produzierten Computer, wie z.B. der röhrenbestücke BULL Gamma 3 (Anfang 1950er Jahre), der Minicomputer Mitra 15 und andere von „cii“, sowie Mikrocomputer des Herstellers SMT Goupil, die schon durch Design und Farbgestaltung auffallen.

Besonders herausragende Sammlungsstücke sind neben der IBM 1130 Anlage (Baujahr 1969) der Telefunken TR4 mit Teakholzvertäfelung (Baujahr 1964), der in dieser Vollständigkeit weltweit nur noch hier existiert, und zwei ebenfalls sehr seltene PDP-9 Anlagen von Digital Equipment (Baujahr 1968).

Herzlichen Dank an Antoine Hebert, Thierry Lepley und Damien Bourielle für den Einblick in ihre Arbeit und die Sammlung.

Das Video wurde bei unserem Besuch im Juni 2024 in Grenoble aufgenommen.

Bei der Suche nach Informationen zum Zuse Graphomaten haben wir die vor der Papiertonne geretteten Fachzeitschriftenbände aus der ehemaligen Institutsbibliothek der Informatik durchforstet.

Dabei haben wir festgestellt, dass in diesen Zeitschriften aus den 1950er und 1960er Jahren ein breiter Überblick über die damals auf dem Markt kommenden Rechner und Computer gegeben wird. Nicht nur die reine Hardware, sondern auch Anwendungen wurden redaktionell vorgestellt. Unter anderem gibt es einen Artikel über den damals neuen Großrechner TR 4 bei Eurocontrol, den wir bei unserer Exkursion in Grenoble real gesehen haben.

Freuen Sie sich auf einen unterhaltsamen Abend.

Der Zuse Graphomat Z64 ist ein frühes graphisches Ausgabegerät für Computer. Er kam zu Beginn der 1960er Jahre auf den Markt.  Die Schrittweite beträgt 1/16mm, die maximale Fahrtgeschwindigkeit beträgt 22,5 mm/sec.

Die ganze Konstruktion ist extrem massiv und schwer, was es auf der anderen Seite auch möglich machte, anstelle der Zeichenstifte auch Graviernadeln und Schneidstichel einzusetzen und so z. B. auch Folien oder Papier zu schneiden.

Gesteuert wird der Gaphomat nicht direkt online vom Computer, sondern über Lochstreifen, zunächst über 5-Kanalstreifen, später auch über 8-Kanalstreifen. Das hat den Vorteil, dass obwohl die Universität Stuttgart ihren Graphomaten in den 1970er Jahren an die FH Furtwangen abgegeben hatte, dennoch originale Lochstreifen erhalten sind, deren Inhalt wir an unserem „Abend im Computermuseum“ sichtbar machen werden.

Die Firma Contex wurde 1945 begründet und begann zunächst mit sehr einfachen Rechenmaschinen ähnlich den Comptometern. Neben der sehr andersartigen Technik im Vergleich zu den damals üblichen Sprossenradrechenmaschinen die sehr leichte und damit leicht transportable Maschinen ermöglichte, legte die Firma großen Wert auf das Design, das diese Maschinen nicht wie ein technisches Gerät, sondern wie ein schickes Accessoire erscheinen ließ. Von der Contex 10, die ab 1957 bereits teilautomatisierte Multiplikation und Division ermöglichte, bis zur Contex 55, die ab 1967 elektrisch betrieben alle vier Grundrechenarten beherrschte wurde dieses Design bis 1971 beibehalten. Der Umbruch kam 1971 mit dem ersten elektronischen Tischrechner, der D11. Auch bei diesen elektronischen Rechnern wurde weiterhin sehr viel Wert auf ein eigenwilliges Design gelegt, das die Maschinen optisch von der Konkurrenz unterschied.

Wir schauen uns die Reihe an und blicken auch in die Maschinen und ihre Technik hinein.

Am 20. Juli 1969 wäre die erste erfolgreiche Mondlandung beinahe abgebrochen worden, weil der Apollo Guidance Computer wiederholt die Fehlermeldungen 1201 und 1202 ausgab. Der Kommandant der Mission, Neil Armstrong entschloss sich, das Landemanöver manuell durchzuführen. Ein weiteres Problem ergab sich, weil das vorgesehene Landeareal zu uneben war, um dort zu landen. Die Besatzung des Landemoduls musste daher nach einem alternativen Landeplatz suchen. Nach der Landung war gerade noch Bremstreibstoff für 22 Sekunden in den Tanks.

Die Begeisterung für die Apollo-Missionen und die dramatischen Begleitumstände inspirierten viele Programmierer auf den zu Beginn der 1970er Jahre zur Verfügungen stehenden Computern, eine Mondlandung nach zu programmieren. Oft in BASIC nach dem im Jahr 1973 erschienenen Buch 101 BASIC-Computerspiele von David H. Ahl, zu der Zeit Mitarbeiter bei Diquital Equipment Corp. bis zu Spielen in anderen Sprachen und sogar auf programmierbaren Taschenrechnern.

Das brachte das Museums-Team auf die Idee, einmal alle für das Museum erreichbaren Mondlandespiele zu präsentieren. Vom reduziertesten Taschenrechner-Spiel über das in ACT-V geschriebene Mondlande-Spiel auf dem Flexowriter, diversen BASIC-Versionen bis zum elaborierten interaktiven "rtlem" auf dem PDP11.

Seit Kurzem ist unser Lochkartenequipment komplett und funktionsfähig. Am nächsten Abend im Computermuseum zeigen wir den IBM 29 Kartenlocher, den 82 Sortierer, sowie unsere IBM 1130 Anlage, die ab 1967 an der FH Reutlingen sowohl der Ausbildung der Studenten, als auch der Verwaltung diente.

Wir führen das Ablochen eines FORTRAN-Programms, dessen Übersetzen und Ausführung mit der 1130, sowie das Sortieren eines Datensatzes mit der Sortiermaschine und das Suchen einer einzelnen Karte in einem beliebig sortierten Satz von Lochkarten vor.  Dazu werden die verschiedenen damals existierenden Hilfsmittel z. B. ein Handlocher,
Kartenlehren, eine Messlehre und anderes Kleinmaterial gezeigt. Zum Schluss führen wir unser IBM 3742 Datenerfassungsstation vor, die den Inhalt eines Koffers mit 2000 Lochkarten auf einer einzigen 8"-Diskette speichern kann.

Klemens Krause präsentiert an diesem Abend die ersten Rechenmaschinen, die in einen "Akten"-koffer passten und damit mobile Arbeitsgeräte waren. Anhand von unterschiedlichen Taschenrechnern zeigt er die rasante Entwicklung in Rechenleistung und Design.

Freuen Sie sich auf ausgefallene Sammlungsstücke des Computermuseums und ihre Geschichte.

Die Firma Tektronix, gestartet als Hersteller von Oszilloskopen stellte ab den frühen 1970er Jahren auch Bildschirmsichtgeräte her, die eine zur damaligen Zeit sonst nicht bezahlbare Grafikauflösung ermöglichten. Heute Abend steht eines dieser Terminals im Mittelpunkt, mit denen man sowohl im CAD-Bereich arbeiten kann, als auch die in den 1960er Jahren in die breitere Öffentlichkeit getretene Computerkunst demonstrieren kann. Am früheren Institut für Informatik waren Frieder Nake und Georg Nees aktiv, Max Bense regte schon viel früher Theo Lutz zu seinen stochastischen Texten an aber auch Künstlerinnen, wie die im vergangenen Dezember verstorbene Vera Molnar benutzten sehr früh Computer für ihre Kunst.

Klemens Krause berichtet von neuen Fortschritten und Ergebnissen bei der Restaurierung des Nachbaus der Z1:

Vom 6.11. 2023 bis zum 21.11.2023 war Klemens Krause zum dritten Mal in Berlin im Deutschen Technikmuseum um die Z1 wieder in Gang zu setzen. Die erzielten Ergebnisse, die Dokumentation der Restaurierung und die weitere Strategie um die Maschine wieder lauffähig zu machen, wird er in einer Zusammenfassung zeigen.

In einer längeren Videosequenz wird das komplette Auslesen aller Speicherzellen der Schichten 1 bis 7 gezeigt - dies ist ein großer Schritt bei der Instandsetzung der Maschine und begeistert nicht nur Fans von Konrad Zuse.

Ein Special von Ralph Braun

Wurden im ersten Teil des Specials „Medizintechnik“ grundlegende Funktionen und physikalische Hintergründe zum EKG und Ultraschall gezeigt – wollen wir uns nun mit der Archivierung der Daten beschäftigen. Nach einem kurzen Ausflug zur Restauration einer analogen Videokamera, Einführung in das Thema und Vorstellung der Geräte, wollen wir Bilder auf Papier bringen und analog archivieren.

Hier der Link zu Teil 1 auf YouTube

In der Zeit vor dem Internet wurde das allgemeine und spezielle Wissen zum großen Teil in Büchern archiviert. Und auch heutzutage findet man bei weitem nicht alles Wissen und alle Informationen mit Suchmaschinen im WWW.

Wir werden an diesem Abend mit einer Sammlung ausgewählter Bücher in weiten wilden Assoziationssprüngen eine alternative 'Tour d'horizon' durch die Welt der Mathematik, der analogen und der digitalen Technik machen. Die Tour umfasst vier Jahrhunderte und führt vom "cimitero acattolico" in Rom über den Pragfriedhof in Stuttgart auf den Campus unserer Universität Stuttgart.

Das ganze selbstverständlich nicht auf dem geraden Weg, sondern in weiten kreativen Mäandern.

Mehr Ausstellungsfläche im Untergeschoss des Informatikgebäudes

Noch haben nicht alle Sammlungsstücke ihren Platz gefunden. Doch wie das neue Museum aussieht, zeigen Klemens Krause und Christian Corti bei einem ersten Rundgang. Freuen Sie sich auf altbekannte aber auch noch nie gezeigte Ausstellungstücke.

In einem Brief mit Datum 20. September 1623 schrieb Wilhelm Schickard an Johannes Keppler:

"... Porro quod tu logistice, idem ego mechanice nuper tentavi, et machinam extruxi undecim integris et sex mutilatis rotulis constantem que datos numeros statim automathos computet, addat, subtrahat, multiplicet, dividatque. ..."

In diesem lateinischen Text beschreibt Schickard die Funktion der von ihm konstruierten und gebauten ersten Rechenmaschine der Welt und ihre Rechenfunktionen.

Anlässlich des 400. Geburtstages dieser Maschine zeigen wir zwei Repliken und führen vor, was und wie man mit der Maschine rechnen kann. Außerdem geht es um die Entstehungsgeschichte unserer Repliken, über das gelegentliche Aufflammen des Wissens um die Maschine und das endgültige Wiederauftauchen auf einem Kongress von Mathematikhistorikern im Jahr 1957. Lassen Sie sich überraschen.

Am 32. Abend im Computermuseum beschäftigen wir uns mit der Entwicklung der Rechner und Computer der Firma Wang. Wir starten mit dem Wang LOCI, einem wissenschaftlichen Tischrechner der 2. Computergeneration und verfolgen die Evolution von programmierbaren Tischrechnern hin zu richtigen Computern, bei denen aber der BASIC-Interpreter direkt im 20 Bit breiten Mikroprogramm implementiert war. Durch diese und die verwendete TTL-Halbleitertechnologie waren die Wang-Rechner den in der Mitte der 1970er-Jahre aufkommenden Mikrocomputern mit Mikroprozessoren, was die Rechengeschwindigkeit betrifft, weit voraus.

Wir zeigen das Einschalten und den Betrieb der Z22 in Karlsruhe, z. B. das Abspielen des "Badener Liedes" und eine Algol-Compilation, und erklären die Architektur und die Schaltungstechnik der Maschine.
Es folgt ein Vergleich der Schaltungen von Helmut Schreyer, der Z22 und dem LGP-30.

Gleich erkannt? Christian Corti und Klemens Krause
Gleich erkannt? Christian Corti und Klemens Krause

Klemens Krause und Christian Corti blicken zurück auf spannende, anstrengende und witzige Ereignisse und schwelgen in Erinnerungen aus über 25 Jahren Computermuseum.

Lassen Sie sich überraschen.

Seit Beginn, wurde mit Computern gespielt, teils um das Programmieren zu üben, teils um logische Problem zu analysieren: Konrad Zuse begann bereits während der Planung seiner Z1 sich Gedanken zu machen, wie ein Automat Schach spielen könnte. In den 1940er Jahren begann Zuse damit, ein Schachprogramm zu entwickeln. Eines der ältesten, weit verbreiteten, Spieleprogramme war dann das Spacewar!-Spiel auf dem PDP-1. Danach verbreiteten sich Spieleprogramme auf praktisch allen an den Universitäten und sonstigen Forschungseinrichtungen stehenden Computern. Es entstanden auch erste nur für das Spielen konstruierte "Computer", die aber weil noch sehr teuer in Spielhallen als "Arcade-Games" aufgestellt wurden.

Zu Beginn der 1970er Jahre als es noch keine Heimcomputer gab, erschienen erste Videospiele für den Heimbereich, zunächst auch noch mit spezialisierter Hardware, entweder in rein analoger Technik wie das Videospiel Odyssee 2001, später dann bereits mit integrierten, für den Benutzer nur über eingesteckte ROM-Cartridges programmierbare Mikroprozessorlösungen wie das Atari 2600-System. Als die Heimcomputer dann leistungsfähiger wurden und farbige Bildschirmdarstellung ermöglichten, etwa mit dem Apple II oder dem C 64 verbreiteten sich die Spiele rasch auch auf diese Computer.

Wir zeigen an diesem Abend eine Reihe unserer Computerspiele auf unseren Klassikern:

CHEKMO-II auf der Teletype, Spacewar! auf dem PDP-12, Space Invaders auf dem HP 2648, Mondlandung, die es in den 1970er Jahren beinahe auf jedem Computer gab, Pac-Man auf dem Atari2600, und was uns sonst bis dahin noch so unter die Finger kommt...

Im Deutschen Technikmuseum Berlin befindet sich die Rekonstruktion des ersten Computers der Welt - der Z1. Das Original, der einzige frei programmierbare mechanische Computer, der im binären Zahlensystem arbeitet, wurde von Konrad Zuse von 1936 bis 1938 im Wohnzimmer seiner Eltern gebaut. Die Bauzeit betrug nur 2 Jahre. Konrad Zuse war damals 26 Jahre alt.  

Das Original wurde im Krieg zerstört. 1986 begann Konrad Zuse, nun 76 Jahre alt, die Maschine zu rekonstruieren. Wieder nach gut 2 Jahren Bauzeit, wurde sie an ans Deutsche Technikmuseum übergeben und war voll funktionsfähig. Nach Zuses Tod konnte die Maschine nicht mehr funktionsfähig gehalten werden.

Bereits vor dem Corona-Lockdown startete eine Kooperation zwischen dem Deutschen Technikmuseum und dem Computermuseum Stuttgart mit dem Ziel, die Maschine wieder lauffähig zu machen.

Im März 2022 und August 2022 begann das Projekt mit ersten Untersuchungen zum Zustand der Maschine und der dabei auftretenden technischen Probleme. Es wurden auch Strategien und Ideen zum praktischen Vorgehen, sowie zur technischen Dokumentation entwickelt, da im Zuge der Restaurierung ein weitgehendes Zerlegen dieser aus geschätzt 30.000 Einzelteilen bestehenden Maschine notwendig ist.

In der Zeit vom 6. März bis zum 20. März 2023 wird zum zweiten Mal der Glassturz von der Maschine abgenommen und Eva Kudrass, Leiterin der Informatiksammlung am DTM, und Klemens Krause vom Computermuseum Stuttgart werden, beginnend beim Planwerk unter dem Lochstreifenleser, versuchen die klemmende Speichersteuerung zu zerlegen, zu dokumentieren und neu zu justieren.

Über die Ergebnisse dieser Arbeit wollen wir am 16. März in einem Livestream im Rahmen unserer Virtuellen Veranstaltungsreihe "Abends im Computermuseum" informieren. Ein Livemitschnitt wird später auf den YouTube-Kanal des Computermuseums zu sehen sein.

Unser Video-Adventskalender - der Bau eines 4-Bit-Addierwerk mit Akkumulator in der Halbleitertechnik der 2. Computergeneration - ist auf große Resonanz gestoßen.

Auch Computermuseums-Zuschauer Eberhard Haug hat daraufhin begonnen, ein Addierwerk mit einem Fundus von Valvo-B8-Modulen aus den 60er-Jahren aufzubauen. Wir haben Eberhard Haug eingeladen sein bis dahin hoffentlich vollendetes Addierwerk zu präsentieren.

Man kann Addierwerke ebenfalls
- mit Relais wie in der Z11,
- mechanisch wie in der Z1,
- mit Schaltern beim PIKO dat,
- mit einem DEX 100
oder als Kirchhoff-Adder nach W. L. van der Poel aufbauen.

Jeder hat beinahe täglich mit Tastaturen zu tun. Im kaufmännisch technischen Bereich  gibt es zwei große Gruppen: zum einen vorwiegend numerische bei zum Beispiel bei  Rechenmaschinen und zum anderen für Texteingabe, natürlich gibt es auch Vermischungen. 

Wir zeigen an diesem Abend sowohl die technische Entwicklung der Tastaturen, als auch eine Reihe spezieller Varianten.

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