Computermuseum der Informatik

Chronologie des Computermuseums

Entwicklung des Computermuseums in den letzten 22 Jahren

Viele Geräte wurden dem Computermuseum im Laufe seines mehr als 20-jährigen Bestehens überlassen. Nicht unerheblich ist auch das Auffinden von Bedienung- und Bauanleitungen.

Die wichtigsten Zugängen und Ereignisse finden sich in der kurzen Chronik des Museum.

2020

Anlässlich des 110. Geburtstags von Konrad Zuse am 22.06.2020 produzierte das Computermuseum in Kooperation mit der Vortragsreihe "Mathematik und Physik zwischen Schule und Hochschule" (Fakultät 8 der Universität Stuttgart) das Video "Die Wurzel des Computers".

Zum Internationalen Museumstag und zum Digitaltag 2020 bot das Computermuseum eine mehrstündige virtuelle Museumsführung in Form eines Livestreams an.

2019

Klemens Krause präsentierte ein 2-Bit-Rechenwerk nach Konrad Zuse auf dem Vintage Computing Festival Berlin (VCFB) im Oktober 2019. Er hielt einen Vortrag zum Thema "Das Rechenwerk und die Arithmetik der Z1".

Wie schon an vielen Jahren war das Computermuseum am Tag der Wissenschaft - dem Tag der offenen Tür der Universität Stuttgart - vertreten.

Seit Herbst 2019 ist das Computermuseum Mitglied in der "Arbeitsgemeinschaft Hochschulsammlungen Baden Württemberg".

2018

Im Frühjahr gab es einen erfreulichen Zugang. Wir erhielten einen HP 2116B, der ursprünglich an der Universität in der Physik seinen Dienst versah, und welcher später nach seiner Ausmusterung viele Jahre daheim bei seinem Betreuer in der Garage schlummerte.

2017

Das Computermuseum wurde im Februar 20 Jahre alt. Es fand eine würdige Feier mit Gastvorträgen (u.a. mit Frau Hannelore Zuse, der Tochter Konrad Zuses), und Vorführungen statt.

Einen großen Dank ergeht auch dem Deutschen Musik- automatenmuseum in Bruchsal, das uns für die musikalische Begleitung freundlicherweise eine lochkartengesteuerte Orgel auslieh. Ebenso wurde dank "infos" eine Neuauflage des Museumskatalogs (infos-Broschüre Nr. 16) herausgebracht.

Im März konnten wir dank großartiger Unterstützung und Engagement von L. Felten unsere "Briefmarkensammlung" vervollständigt werden. Mit dem PDP-8/I ist die Reihe der PDP-8en nun komplett: Classic-8, 8/S, 8/I, 8/L, 8/E, 8/F, 8/M, 8/A, VT78, SBC6120

Im Sommer erhielten wir mit dem Nagard DT103 ein altes, archaisch anmutendes Zweistrahloszilloskop.

2016

Dank unseres großzügigen Unterstützers L. Felten erhielten wir ein 6502-System MCS "Alpha 1" sowie "Beta 8".

Im Oktober waren zu Besuch im Museum Prof. K. Rothermel (Dekan), Prof. E. Plödereder (Vorstand infos), Frau Dr. S. Rehm (Prorektorin) und Prof. W. Ressel (Rektor der Universität).

2014

Im Rahmen des Maker Space - Teil der Hobby&Elektronik in der Neuen Messe Stuttgart - nahm das Museum mit einer kleinen Ausstellung mit Vorführung teil.

Ein sehr freundlicher Spender übersandte uns Handbücher und Prospekte zu Dietz-Computern zu, darunter auch das Handbuch zum MINCAL 523. Das von uns durchgeführte Reverse-Engineering war so perfekt, daß Lücken und Fehler im Handbuch gefunden wurden. Andererseits lieferte es viele wertvolle Informationen.

2013

Nach ca. einem halben Jahr wurden von der MINCAL-Anlage die kompletten Schaltpläne erstellt, sowie der Befehlssatz und Mikrocode dokumentiert. Der Rechner wurde repariert und ist seitdem betriebsbereit.

2012

Das Computermuseum feierte seinen 15-jährigen Geburtstag. Im Dezember erhielten wir eine Rechenanlage der Firma Dietz vom Typ MINCAL 523. Der Rechner ist ein ausgesprochener Exot (z.B. durch seine 19-Bit Architektur). Die Anlage stand ursprünglich an der Bundesanstalt für Gewässerkunde in Koblenz. Zu der Anlage gibt es leider keine Unterlagen, ein komplettes Reverse Engineering ist nötig.

2011

In Zusammenarbeit mit "infos" und dem IBM-Museum in Sindelfingen wurde die IBM 4331-Anlage angeliefert. In diesem Zuge unterzeichnen "infos" und das IBM-Museum eine Kooperationsvereinbarung.

2009

In Absprache mit Al Kossow und Jay West wird die Informatik ein offizieller Mirror von Bitsavers.

2008

Das Museum erwarb einen Cogar C4 (baugleich zum ICL bzw. Friden-Singer 1501); das Besondere war jedoch nicht so sehr der Rechner, sondern die kompletten Unterlagen mit Schaltplänen und dergleichen. Der vorige Besitzer, Herr Goldfuß, war früher Projektleiter und US-Repräsentant der Firma Cogar. Daher befinden sich auch viele Entwicklerinformation in den Unterlagen.

2007

Am 23. Juni 2007 fand der Tag der Wissenschaft statt, an dem wir auch diesmal mit der Vorführung von einigen Geräten vertreten waren. Das Computermuseum feierte sein 10-jähriges Jubiläum. In Zusammenarbeit mit "infos" erscheint der zweite Katalog des Museums, welcher deutlich umfangreicher geworden ist. Prof. Frider Nake hielt zudem einen Festvortrag anläßlich der Feierlichkeiten.

 

Plakat zum Festvortrag - 10 Jahre Computermuseum

2006

Im Januar wurde der zweite LGP-30 (Seriennummer 40) aus Ostfildern abgeholt. Zwecks Transport wurde er so weit wie möglich zerlegt. Im Museum wurde er daraufhin in den folgenden Wochen restauriert. Aufgrund der Erfahrungen mit dem ersten LGP-30 ging dies daher relativ schnell, zumal der Zustand ziemlich gut war.

Das Computermuseum nahm an der diesjährigen Langen Nacht der Wissenschaft am 7. Juli 2008 teil. Der Schwerpunkt der interaktiven Vorführungen dieses Jahr waren Computerspiele der ersten Generationen. Mit dabei waren die Mondlandung auf dem LGP-30, Pong- und andere TV-Spiele, sowie Spiele auf einigen Homecomputern. 

Von der Universität Karlsruhe erhielt das Museum einen PDP11/10 mit Vektorgraphik- Prozessor und Bildschirm. Auf diesem System läßt sich das bekannte Mondlandespiel mit Steuerung über einen Lichtgriffel vorführen.

Das Computer History Museum (CHM) in Mountain View, Kalifornien, übernahm mit Hilfe von SAP Großteile des ehemaligen Aachener Computermuseums, welche kurz vor dem endgültigen Verfall waren. Das Stuttgarter Computermuseum übernahm hiervon einige Teile, die das CHM zurücklassen mußte.

2005

Das Rechenzentrum der Universität Karlsruhe vermachte uns 16 Kartons Lochkarten. Im Oktober fand die nächste Großaktion statt: Das Physikalische Institut vermachte uns seine komplette HP1000-Anlage. Der Umfang belief sich auf ein Dutzend Rechner, etliche Bandlaufwerke, Lochstreifenleser-/stanzer, Terminals, Dokumentation, Magnetbänder usw. Die Menge war zu umfangreich, um alles zu behalten, daher wurden einige Teile weitergegeben. Im selben Monat wurde uns ein weiterer LGP-30 angeboten. Wir hielten es kaum für möglich. Wir wußten jedoch instinktiv, dass es sich um den Rechner des Otto-Hahn- Gymnasiums handeln musste.

2004

Der nächste große Zugang, nach dem LGP-30, war eine komplette IBM-Anlage für Lochkarten und Magnetplattenbetrieb. Die IBM 1130 wurde in einer größeren Aktion von der FH Reutlingen nach Stuttgart gebracht. Das Bemerkenswerte an dieser Anlage sind der sehr gute Zustand und die Vollständigkeit. Neben den Geräten sind auch alle Unterlagen, Programme und Medien vorhanden.

Anfang Oktober fand in der Akademie Schloß Solitude ein Symposium mit dem Thema "Stuttgart 1960. Computer in Theorie und Kunst" statt. Unter anderen waren die Computergraphik-Pioniere Frieder Nake und Georg Nees zu Gast, sowie die Gründungsväter der Informatik Prof. Walter Knödel und Prof. Rul Gunzenhäuser. Im Rahmen dieses Symposiums wurden auch der LAB8/e im Bereich Computergraphik und der Friden Flexowriter im Bereich "Computergenerierte Texte" (Theo Lutz u.a.) vorgeführt.

2003

Es ist soweit: Im März zog das Computermuseum, wie die gesamte Informatik, in den Neubau auf dem Campus ein. Durch den größeren Raum von ca. 97m² kann die Sammlung besser präsentiert werden, und auch größere Gruppen bis ca. 20 Personen können an den Vorführungen teilnehmen.

2002

Das Museum feierte sein fünfjähriges Bestehen.

Blick ins Computermuseum 2002
Blick ins Computermuseum 2002

2001

Anläßlich der 5-Jahresfeier von "infos" erscheint als infos-Broschüre der erste Katalog des Computermuseums.

2000

Am 11. Juli 2000 fand ein Kolloquium anläßlich der erfolgreichen Reparatur und Inbetriebnahme des LGP-30 statt.

1999

Über den Fund eines IBM 5110 auf dem Flohmarkt und mehreren Besuchen kam Christian Corti, damals Student an der Fakultät Informatik, zum Museum.

Durch diverse Gespräche und dem Versprechen, den Rechner zu reparieren und vorzuführen, kam im Herbst der LGP-30 aus Esslingen ins Museum. Es war eine gewisse Sensation, denn bis dato gab es mit der IBM 650 in Sindelfingen nur einen funktions- und vorführbereiten Rechner in Deutschland, der mit Röhren und Magnettrommel bestückt ist.

1998

Das Museum feierte seinen ersten Geburtstag. Im gleichen Jahr entstanden die ersten Webseiten des Museums.

1997

Die Eröffnung des Computermuseums fand im Februar 1997 statt. Der Raum im Erdgeschoß des Gebäudes in der Breitwiesenstraße hatte eine Fläche von ca. 30 m².

1996

Der Vorschlag von Klemens Krause, ein kleines Computermuseum zu gründen, fand bei den Professoren der damaligen Fakultät Informatik überwiegende Zustimmung. Im weiteren Verlauf beschloß daher der Fakultätsrat die Gründung eines Computermuseums.

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